Der 1839 in Vaduz (Liechtenstein) geborene Josef Rheinberger war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Größe von europäischem Rang: Gesucht als Kompositionslehrer und geschätzt als Komponist, war der Professor am Münchner Konservatorium und Bayerischer Hofkapellmeister prägend für eine ganze Generation von nachfolgenden Musikern. Zu seinen Schülern gehörten u. a. Engelbert Humperdinck und Wilhelm Furtwängler.
Eines von Rheinbergers Hauptwerken ist seine a-capella-Messe in Es-Dur. Dieser "Cantus Missae", nach einigen Musikkritikern die "schönste reine Vokalmesse des 19. Jahrhunderts", ist Rheinbergers einzige doppelchörige Messkomposition. Sie erhält ihre eigene Prägung durch den Rückgriff auf die Kompositionstechniken der klassischen Vokalpolyphonie und die gleichzeitige Verwendung von romantischer Harmonik und ausdrucksvoller, liedhafter Stimmführung. Wir haben sie als Schwerpunkt unseres a-cappella-Konzertes des Jahres 2010 ausgewählt.
Programm
Fünf Hymnen, op. 140, für vierstimmigen Chor und Orgel (1884)
Aus der Orgelsonate Nr. 4 in a-moll, op. 98 (1876): Präludium und Fuge
Missa Es-Dur (Cantus Missae), op. 109, für zwei vierstimmige Chöre (1878)